Bergsteiger wissen schon lange um die positive Wirkung von Höhenluft auf die Gesundheit. Mittlerweile wird sauerstoffarme Gebirgsluft mithilfe neuester Technologien gezielt im Alltag eingesetzt, um die Leistung zu steigern, abzunehmen oder den Blutdruck zu senken. Laut einer aktuellen Studie könnte Sauerstoffentzug sogar helfen, Herzpatienten zu stärken und Erkrankungen vorzubeugen.

Wenn das Atmen schwerfällt und die Anstrengung steigt, ist Durchhaltevermögen gefragt, um ganz oben auf dem Gipfel anzukommen. Belohnt werden Trekker und Bergsteiger mit einem spektakulären Ausblick und dem Gefühl, die eigenen Grenzen überwunden zu haben. Doch auch die positive Wirkung der Höhenluft auf die Gesundheit ist für viele ein Grund, die Anstrengung auf sich zu nehmen.

Höhenluft kann auch zu Hause eingesetzt werden

Um von der leistungssteigernden Wirkung der Höhenluft zu profitieren, muss man allerdings weder Bergsteiger sein, noch in die Berge fahren. Dank wissenschaftlicher Hypoxie-Technologie kann Höhenluft in FitnessstudiosArzt- und Rehapraxen oder zu Hause simuliert werden. Dabei wird der reduzierte Sauerstoff kontrolliert eingeatmet, neue, leistungsfähige Mitochondrien gebildet und in der Folge die Energieproduktion der Zellen gesteigert. Spezielle Trainings- und Therapiekonzepte ermöglichen einen vielseitigen Einsatz, der schnelle und nachhaltige Ergebnisse garantiert. Folgende Einsatzmöglichkeiten von Höhenlufttraining in Vorbeugung und Therapie haben sich besonders bewährt:

  • Leistungs- und Regenerationssteigerung
  • Schlafstörung
  • Bluthochdruck
  • Diabetes
  • Chronischem Erschöpfungssyndrom und Burnout
  • Herz-Kreislauferkrankungen
  • Stoffwechselstörungen
  • Übergewicht

Sauerstoffentzug soll Herzfunktion verbessern

Der Einsatz von Höhenluft geht jedoch noch weiter. Forscher untersuchen derzeit, wie sich lang anhaltender Sauerstoffentzug auf den Organismus von Menschen auswirkt, insbesondere auf das Herz. In der Höhensimulationskammer des Instituts für Luft- und Raumfahrtmedizin in Köln trainieren Probanden unter Bedingungen, die denen im Hochgebirge ähneln – und beinahe dem Sauerstoffgehalt eines ungeborenen Menschen, nämlich etwa acht Prozent. Erhofft werden vergleichbare Ergebnisse wie bei einer US-Studie an Mäusen: eine verbesserte Herzfunktion nach einem Herzinfarkt durch Sauerstoffentzug. Daraus könnten sich neue Therapieansätze ergeben, beispielsweise indem man Sauerstoffmangel im Gewebe gezielt vor Operationen einsetzt, um das Herz zu stärken. Erforscht wird zudem, ab welchem Sauerstoffgehalt in der Luft genau sich Organfunktionen verbessern oder Zellen regenerieren.

Unabhängig vom Ausgang der Studie ist schon jetzt erwiesen, welchen Einfluss Höhenluft auf den Körper hat und welche Vorteile gegenüber herkömmlichem Training. Ob für Bergsteiger, Gesundheitsbewusste oder Patient, gesund ist das Gebirgsklima allemal – sogar ohne den Gipfel besteigen zu müssen.